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Profis // Montag, 03.12.2018

Darf ein Trainer unter dem Spiel telefonieren?

Doug Shedden überrascht mit seinen Taktiken oftmals die Gegner. Gestern verblüffte er die Zuschauer, als er unter dem Spiel zum Telefon griff (das Video dazu finden Sie auf unserem Facebook-Kanal). Wir erklären, was es damit auf sich hatte und ob das eigentlich erlaubt ist.

Was war los in jener 57. Spielminute?
Der ERC hatte durch Tyler Kelleher den Ausgleich erzielt. Ehe sie ihn gaben, schauten sich die Unparteiischen die Situation noch einmal in den Videobildern an. Was sie analysierten: War Maury Edwards von Verteidiger Danner ausgehebelt und dadurch in Goalie Strahlmeier hineinbugsiert worden? Oder kam er allein auf eigenes Tun hin in den Kontakt. Eine knifflige Entscheidung und Shedden erhielt das Smartphone in die Hände.

 

Darf Shedden das?
Die Frage, die sich viele Fans stellten: Darf er das? In der NHL oder auch NFL beispielsweise sieht man das ja andauernd, dass ein Coach (meist mit Headset ausgerüstet) mit einem Assistenten, anderswo im Stadion platziert, kommuniziert. Aber in der DEL? Telekom Sport-Moderator Jan Lüdeke konnte sich, wie im Video auf dem ERC-Facebookkanal zu hören ist, an keinen Fall erinnern.

Das hat auch einen Grund. Erst zu dieser Saison gab es eine entsprechende Regeländerung. Wir werden im DEL Regelbuch 2018-2022 bei Regel 26 I fündig. Da steht: „Teamoffiziellen, welche sich auf oder neben der Spielerbank befinden, ist es erlaubt, während des Spiels ein Funkgerät zu nutzen (...)." Also: Ja, darf er, erlaubt ist laut DEL jedes funktechnische Gerät. Die Ausnahme, die in Regel 26 II erfasst ist, greift nicht: Es fand keinerlei „Beeinflussung eines Spieloffiziellen" statt, was eine zehnminütige Disziplinarstrafe gegen einen zu benennenden Spieler des ERC zur Folge gehabt hätte.

 

Wie entschieden die Unparteiischen?
Shedden erfuhr, dass es eine enge Entscheidung wird. Der ERC-Coach gab das Telefon wieder aus den Händen, grummelte Stürmer Pat Cannone und Co-Trainer Tim Regan ein paar Wörter zu - und harrte stoisch der Dinge. Der Rest ist bekannt: Die Schiedsrichter gaben das Tor gemäß Regel 185 II. Dort heißt es: „Wird ein angreifender Feldspieler vom verteidigenden Feldspieler geschoben, gestoßen oder gefoult und damit verursacht, dass er in den Torraum gelangt, während der Puck die Torlinie überquert, ist das Tor gültig, selbst wenn er den Torhüter berührt, außer der angreifende Spieler hatte genügend Zeit, den Torraum zu verlassen." Ersteres war geschehen, letztere Gelegenheit war Edwards nicht geboten. Insofern: Auch hier alles korrekt.

Der Ausgleich durch Kelleher zählte also. 43 Sekunden später traf Edwards zum Sieg. Ein Drehbuch, das sich selbst fähige Schreiber eines Sonntagskrimis nicht hätten schöner ausdenken können.

 

Nächstes Spiel

Der ERC Ingolstadt empfängt an diesem Freitag die Augsburger Panther. Das Derby in der Saturn-Arena beginnt um 19.30 Uhr. Tickets erhalten Sie an den gängigen Vorverkaufsstellen, im Fairplay Hockey Shop und im Online-Ticket-Shop.

 

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