Saison 2019/2020

Profis, Fans // Freitag, 05.06.2020

Interview mit Claus Liedy

Seit etwas mehr als einem Monat ist Claus Liedy nun als neuer Geschäftsführer des ERC Ingolstadt im Amt. Wir haben uns nach den ersten sehr arbeitsreichen Wochen mit ihm zusammengesetzt und den Start in seine neue Aufgabe Revue passieren lassen. Neben aktuellen Themen wurden zum Abschluss auch noch die Fan-Fragen beantwortet.

Claus, zunächst einmal: Hast du schöne Pfingstfeiertage gehabt?

Sagen wir mal so: Das lange Wochenende hat gutgetan (lacht). Man führt natürlich viele Gespräche und Telefonate und macht sich Gedanken zu diesem und jenem. Da kam die kurze Auszeit genau richtig, um die ersten Eindrücke sacken zu lassen und diese Woche wieder frisch zu Werke zu gehen.

Dann schildere uns doch mal deine ersten Eindrücke…
Sehr positiv. Ich habe viele motivierte Mitarbeiter kennengelernt, die bereit sind, in dieser Phase mit anzupacken, mich zu unterstützen und mir den Einstieg so leicht wie möglich zu machen. Ich kann also ein sehr positives Fazit ziehen.

Du bist nun genau einen Monat hier – was waren deine Hauptaufgaben?
Am Anfang wollte ich alle Mitarbeiter kennenlernen, zunächst mittels Vorstellungsrunden, dann in Einzelgesprächen. Ich habe mich bei einer Gesellschafterversammlung den Inhabern des Clubs vorgestellt. Dann ging es um den Jahresabschluss und vor allem um die Einreichung der Lizenzunterlagen bei der Deutschen Eishockey Liga (DEL), wofür ich mich schon recht ausführlich mit den wichtigsten Kennzahlen des ERC beschäftigen musste. Und dann lerne ich natürlich jeden Tag viel dazu, gerade bei eishockeyspezifischen Themen, was mir sehr viel Spaß macht.

Dass die aktuelle Situation Spaß macht, nehmen wir dir nur bedingt ab…
Wenn sich die ersten Gespräche fast ausschließlich um Kurzarbeit und Gehaltsverzicht geht, dann ist das bestimmt nicht der Einstieg, den man sich als neuer Geschäftsführer wünscht. Wenn man dann aber feststellt, dass es sich um durchweg gute, freundliche und konstruktive Gespräche handelt, dann ist man guter Dinge, weil man Commitment und Zusammenhalt spürt – und das stimmt mich äußerst positiv.

Nicht nur die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle haben durch Kurzarbeit Einschnitte akzeptiert, auch die Spieler sollen ja auf 25% ihres Gehalts verzichten. Wie liefen denn die Gespräche?
Hier ist ja in letzter Zeit in der Öffentlichkeit viel gesagt und geschrieben worden. Daran wollen wir uns nicht beteiligen. Das sind wir auch unseren Spielern schuldig. Nur so viel: Im ersten Schritt hatten wir Gruppengespräche, teils mittels Videokonferenz, um schnell alle Spieler über die geplanten Regelungen zu informieren. In weiteren Runden hatten Larry und ich dann nochmal mit jedem Einzelgespräche, um jedem seine ganz persönliche Situation zu erklären. Wir sind uns einig, dass wir nur gemeinsam aus dieser Krise herauskommen, weshalb ich zuversichtlich bin, dass wir eine für alle Clubs der DEL verbindliche Regelung finden werden.

Das sieht ja auch vor, dass das Gehalt der Spieler ausgeglichen werden soll, wenn die Einnahmesituation stimmt…
Ja, das ist richtig. Ein Teil der Gehälter soll von einer garantierten auf eine variable Zahlung, abhängig von der Einnahmesituation der Clubs, umgewandelt werden. Umso dankbarer bin ich für jedes positive Signal, das wir vermelden können. Danke also an alle Partner, die uns signalisieren, dass sie uns auch in der anstehenden Saison weiter unterstützen. Und danke an alle Fans, die bereits wieder ihre Dauerkarte bestellt haben. Diese Woche endete der Frühbucherrabatt – und an dieser Wegmarke können wir feststellen, dass wir auf einem nur geringfügig niedrigeren Stand sind als im letzten Jahr. Dieser Treuebeweis ist in schwierigen Zeiten nicht selbstverständlich und stimmt uns hoffnungsvoll, dass Corona die Lust auf Eishockey nicht eingeschränkt hat.

Die DB Regio Bayern als Premiumpartner der Panther hat ja unlängst ihr Engagement sogar ausgebaut…
Das ist für uns ein ganz wichtiges Zeichen der Stabilität und Kontinuität. Die DB Regio als bayernweites Unternehmen hat weiterhin Lust auf uns. Unsere beiden Hauptpartner Audi und MediaMarktSaturn stehen treu an unserer Seite. Dazu kommen viele noch laufende oder bereits verlängerte Verträge. Und selbst wenn noch nicht jedes Gespräch, dass wir derzeit führen, gleichbedeutend ist mit einem Abschluss, die positiven Signale sind da und deutlich.

Haben Sie denn schon jeden Partner kennengelernt?
Nein, das habe ich – auch bedingt durch Corona - noch nicht geschafft. Aber ich habe allen eine E-Mail geschrieben mit der Bitte um etwas Geduld. Ich möchte das unbedingt zeitnah nachholen und nicht nur Kennenlerntermine vereinbaren, sondern auch im regelmäßigen Austausch bleiben. Das gilt natürlich auch für unsere Fans, Dienstleister, Ehrenamtliche.

Was sagen Sie denn den Partnern und Fans, wann es wieder losgeht?
Tja, dazu bräuchte ich die berühmt-berüchtigte Glaskugel. Was ich aber sagen kann ist, dass wir in der gesamten DEL mit voller Kraft eine normale Saison planen, mit 52 Hauptrundenspielen und Playoffs. Kann sein, dass sie später anfängt. Kann sein, dass wir eine verkürzte Vorbereitung haben und keine Testspiele mit Zuschauern. Kann sein, dass es Auflagen bei der Auslastung der Hallen gibt. Wir arbeiten intern an verschiedenen Szenarien, Zeitplänen und Hygienekonzepten, in enger Abstimmung mit den anderen Clubs, der DEL, dem DEB und natürlich den Hallenbetreibern und Behörden.

Bei deiner Vorstellung haben wir auch die Fans gefragt, was sie von dir wissen wollen – zum Beispiel, wie du mit den Fans kommunizieren möchtest und in welchen Bereichen du etwas ändern möchtest…
Erstmal finde ich super, dass die Fans sich Gedanken machen und Fragen stellen, und ich hoffe, sie haben Verständnis, dass ich derzeit in der Einarbeitungsphase bin und mich noch nicht dezidiert dazu äußern kann, in welchen Bereichen welcher Änderungsbedarf besteht.
Das lässt sich aber sicher nachholen, denn ich bin sehr an einem regen Austausch mit den Panther-Fans interessiert. Derzeit sind die Möglichkeiten coronabedingt natürlich eingeschränkt, aber das wird sich ja hoffentlich bald ändern. Nun möchte ich zunächst unsere Fanbeauftragten kennenlernen und mehr über die Fankultur des ERC erfahren. Dann planen wir außerdem einen virtuellen Fanstammtisch, bei dem ich mich online der Öffentlichkeit vorstellen möchte. Auch an den Sitzungen des Fanprojekts möchte ich aktiv teilnehmen, wenn dies gewünscht ist. Und natürlich werde ich an Spieltagen in der SATURN-Arena unterwegs und ansprechbar sein, auch für Anregungen, wie wir als ERC noch besser für unsere Fans da sein können. Wie eingangs gesagt: Ich möchte jeden Tag dazu lernen und freue mich auf gute Gespräche.

Danke für das Gespräch. Wann der virtuelle Fanstammtisch stattfindet, werden wir in den nächsten Tagen bekannt geben.

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