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Profis // Dienstag, 08.01.2019

Debüt mit Holzschläger und Finnmark

Gratulation! Seit Sonntag ist sie erwachsen, Ville Koistinens Karriere. Am Dreikönigstag vor 18 Jahren absolvierte der Verteidiger sein Debüt im Profieishockey, im Trikot seines Heimatclubs Ilves Tampere. "Ich denke, wenn man zu seinem Debüt noch mit Holzschlägern spielte und in der alten Finnmark gezahlt wurde, dann kann man sich guten Gewissens als Veteran bezeichnen", sagt Koistinen und lacht. Wir haben uns mit ihm anlässlich des Meilensteins über seinen - aufgeschobenen - Karrierebeginn unterhalten.

Land der Talente

Koistinen kommt aus Finnland, dort ist Eishockey die wichtigste Sportart. Clubs wie Koistinens Heimatverein Ilves Tampere setzen sehr auf Talente aus dem eigenen Stall, da ja auch der Nachwuchs nachweislich exzellent ist. Erst vor kurzem gewann 'Suomi' wieder die "World Juniors", die wertgeschätzte Weltmeisterschaft der U20. Der Talentpool in Finnland ist traditionell dermaßen groß, dass selbst Koistinen nie bei diesem Turnier antreten würde.

Koistinens Talent war den Trainern der Profi-Mannschaft von Ilves aber nicht verborgen geblieben. Schon 1999, im Alter von gerade erst 17 Jahren, kam der Verteidiger schon in Testspielen für die Seniorenmannschaft zum Einsatz, die im Ligabetrieb in der höchsten finnischen Liga spielt. Doch ehe es am 6. Januar 2001 endlich zum Debüt kommen sollte, dauerte es noch. Vater Staat rief ihn mit dem 18. Geburtstag zur Waffe. "In Finnland ist der Wehrdienst verpflichtend", erzählt Koistinen, während er in der Betreuerkammer an seinen Schlittschuhen tüftelt. "Ich war als Flakgehilfe sechs Monate einkarseniert. Glücklicherweise war ich in meiner Heimat stationiert und konnte an Nachmittagen für wenige Stunden aus dem Stützpunkt. So konnte ich immerhin zum Training der Junioren, denn deren Einheiten waren nachmittags."

Debüt gegen sechsfachen Meister

Nach dem Ende der Dienstzeit ging es dann schnell. Koistinen rückte zum Profiteam auf und gab schwuppidiwupp sein Debüt. Man kann sich das bei der stoischen Ruhe der Finnen gar nicht vorstellen, doch Koistinen sagt mit einem dicken Grinsen: "Oh doch, ich war damals sehr nervös." Ilves spielte damals nicht bei irgendwem, sondern bei Großclub Jokerit Helsinki, der in den Jahren zuvor nicht nur mehrmals die finnische Liga, sondern auch den Europapokal gewonnen hatte. Ein Debüt, das stählen sollte für die weitere Karriere. Und diese begann sehr ruhmreich, denn nach nur elf Spielen hatte Koistinen schon die Bronzemedaille für den Sieg im kleinen Liiga-Finale um den Hals baumeln.

Es gibt übrigens noch einen Grund, warum die finnischen Clubs auf den Nachwuchs setzen: Talente, wenn es denn derer viele gibt mit der ernsthaften Perspektive Profi, nehmen einen eher kleinen Posten im Etat ein. Koistinen erhielt einen Profivertrag, der ihm pro Woche 1500 Finnmark (seit 2002 rund 240 Euro) plus eine Prämie für jedes Spiel einbringen sollte. "Das war eigentlich schon richtig gut", befindet Koistinen rückblickend. Er schmunzelt: Vom ersten Salair kaufte er sich angesagte Schuhe für 1000 Finnmark. Danach wirtschaftete er geschickter, in den Folgejahren investierte er in eine Wohnung. Die Löhne wurden besser, denn Koistinens Karriere (die ihn bis in die NHL führen sollte) nahm Fahrt auf. Mittlerweile hat Koistinen über 800 Ligaspiele in den besten Ligen der Welt und zahlreiche Länderspiele für Finnland bestritten. Die WM-Medaillen hat er sich natürlich aufgehoben, dazu jeden Puck vom ersten Tor pro Liga. Apropos Tor: Auch zu seinem Jubiläum am Sonntag im Panther-Trikot traf Koistinen. Der Verteidiger sagt: "Zuletzt lief es für uns wieder gut, daran wollen wir in den nächsten Spielen anknüpfen."

 

Koistinen & Co: die nächsten Spiele

Ville Koistinen und seine Panther treten am Freitag, 19.30 Uhr, bei den Schwenninger Wild Wings an. Am Sonntag, 14 Uhr, sind die Iserlohn Roosters zu Gast in der Saturn-Arena. Tickets für das Heimspiel erhalten Sie unter https://eventimsports.de/ols/erc/

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