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Profis // Montag, 18.09.2017

"Es geht ums Zusammenspiel der Talente"

Dustin Friesen kommt gegen 13 Uhr aus der Saturn Arena zum Interview. Das Eistraining war bereits um 11.30 Uhr vorbei, doch der Verteidiger hat noch eine weitere Einheit im Fitness- und Massageraum eingelegt. Friesen ist sehr gewissenhaft in seiner Trainingsarbeit. Friesen gehört dank seines Fleißes und seiner Spielintelligenz seit seiner Ankunft in Ingolstadt zu den ausgewogensten Spielern der DEL. Auch nach dem zweiten Saisonwochenende verfügt er mit einer Plus-Minus-Statistik (ERC-Tore bei eigener Eiszeit minus Gegentore bei eigener Eiszeit) von +6 über die geteilt beste Zahl der Liga.

Dustin, du bist jetzt im vierten Jahr in Ingolstadt.
Stimmt. Für uns ist es nach dem Sommer schon eine Gewohnheit, hierher zurückzukommen und hier zu sein. (lacht) Meine Familie ist hier glücklich. Meine Kinder gehen hier zur Schule, haben ihren Alltag. Meine Frau hat hier viele Freundinnen und Freunde. Auch mir gefällt Ingolstadt und auch die Mannschaft.

Du hast in deiner Karriere schon häufiger das Kapitäns- oder, wie jetzt, das Amt des Assistenzkapitäns bekleidet. Erkläre uns diese Aufgabe.
Vorab möchte ich sagen, dass wir viele Anführer in der Kabine haben, nicht nur die, die Buchstaben auf der Brust tragen. Es geht darum, die Jungs alltäglich mit der richtigen Arbeitsweise mitzureißen. Harte Arbeit, gute Vorbereitung... solche Sachen.

Wenn der Kapitän nicht auf dem Eis ist, dann hast du auch die Berechtigung, ein wenig mit den Schiedsrichtern zu sprechen.
Richtig. Ich denke, dass es wichtig ist, ein gutes Verhältnis mit den Unparteiischen zu haben. Es ist immer ein bisschen Geben und Nehmen. Allerdings bin ich keiner, der den Schiedsrichtern ständig auf dem Ohr liegt.

Wir haben heuer einige Neuzugänge. Einige erzählten mir nach ihrer Verpflichtung, dass sie mit dir zuvor gesprochen haben. Scheint so, als wärst du in Nordamerika bekannt wie ein bunter Hund.
Also, da bin ich mir nicht so sicher. (lacht) Mit Greg Mauldin und Kael Mouillierat hatte ich tatsächlich schon zusammengespielt, so kannte man sich schon. Es ist definitiv gut, diese beiden in unserer Mannschaft zu haben. Sie werden uns weiterhelfen.

Lass uns über deinen Heimatort Waldheim sprechen. Ich habe gelesen, dass es in dessen Umgebung historische Schlachten stattfanden und es alte Häuser aus der Siedlerzeit zum Anschauen gibt.
Waldheim ist ein Dorf mit rund 800 Leuten, das eine Gemeinde aus Bauernhöfen ist. Jeder hat mit der Landwirtschaft zu tun, unsere Nachbarn und auch meine Familie. Wie du gesagt hast, gibt es auch Kleinöder aus der Siedlerzeit zu betrachten. Keine großen Monumente, aber kleine, altehrwürdige Gebäude.

Stimmt es, dass du der einzige Profi-Eishockeyspieler aus deinem Heimatort Waldheim bist?
Nicht ganz. Da gab es mal einen, der Dave „The Hammer“ Schultz hieß. Das war ein richtiger Mann fürs Grobe. Damals in den 1970ern, als Philadelphia unheimlich hart zu Werke ging, war er der Anführer dieser Horde. Er war vor allem für irgendeinen Strafminuten-Rekord bekannt. (lacht) Das war seine Rolle und darin war er offenbar gut. Er gewann zweimal den Stanley Cup.

Apropos: Lass uns über Rollen in einer Mannschaft reden. Wir haben zwölf Neuzugänge. Wie entscheidet es sich da, wer welche Rolle im Team übernimmt?
Das hängt sehr von der Mannschaft ab, aber auch von Entwicklungen. Jeder Spieler bringt ein gewisses Maß an Fähigkeiten mit – und jede ist wertvoll. Was ich einbringe ist verschieden von dem was etwa Greg Mauldin dem Team gibt, aber auch von dem, was Pat McNeill beisteuert. Am Ende zählt das Zusammenspiel der Talente, egal wie groß oder klein die Rollen dann am Ende des Tages ausfallen. Man sollte darauf stolz sein.

Noch einmal zurück zu Dave „The Hammer“ Schultz. Was wäre ein guter Spitzname für dich?
Definitiv nicht „The Hammer“. Wir unterscheiden uns doch sehr in der Spielweise. (lacht) Ich werde meistens „Freezer“, „Freeze“, ab und zu auch mal „Dusty“ gerufen. Das ist recht grundlegend, nichts allzu aufregendes.

Wichtiger als Spitznamen ist, dass man sich mit den Leuten versteht.
Genau. Es ist eine coole Sache, Teil eines Teams oder einer Gemeinschaft zu sein.

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