
Interview mit Claus Liedy bezüglich Winterbeats
Foto: Johannes Traub/JT-Presse.de
ERC-Geschäftsführer Claus Liedy. · Foto: Johannes Traub/JT-Presse.de
ERC-Geschäftsführer Claus Liedy spricht im Interview über die Vorwürfe von Winterbeats-Veranstalter Daniel Melegi im Zusammenhang mit der Absage des Events.
Herr Liedy, gegenüber dem Donaukurier nennt Herr Melegi als einen der Hauptgründe dafür, dass es 2027 keine Winterbeats mehr geben wird, die Probleme mit dem Caterer ERC Ingolstadt und Streitigkeiten mit dessen Geschäftsführer Claus Liedy. Was können Sie uns hierzu sagen?
„Ich möchte zu Beginn etwas klarstellen: Die Frage, ob es Winterbeats auch in Zukunft geben kann, ist eine wirtschaftliche Frage, die Herr Melegi als Veranstalter der Winterbeats und als Geschäftsführer der Megazin Media Verlag GmbH beantworten muss.
Die direkte wirtschaftliche Beziehung zwischen der Megazin Media Verlag GmbH und dem ERC Ingolstadt als Caterer beschränkt sich an den Winterbeats auf die Lieferung von ca. 300 Essen für den VIP-Bereich und somit auf eine überschaubare Größenordnung von ca. 13.000 Euro. Die Versorgung der VIP-Gäste mit Getränken sowie der Verkauf von über das Kiosk-Angebot hinausgehenden Speisen durch Food-Trucks vor der Arena, haben wir Herrn Melegi bereits seit zwei Jahren auf eigene Rechnung zugestanden.
Alle sonstigen Umsätze, die der ERC Ingolstadt an den Winterbeats erzielt hat, stammen aus dem Kiosk- und Barbetrieb, sowie den direkten Getränkeverkäufen an die Festival-Besucher. Alle damit einhergehenden Kosten (Wareneinkauf, Personalkosten, Miete) hat der ERC natürlich auch selbst getragen.
Die wirtschaftliche Entscheidung von Herrn Melegi, dass es keine Winterbeats mehr geben wird, kann daher nicht mit dem ERC Ingolstadt begründet werden, vielmehr scheint der Grund in den gesunkenen Besucherzahlen zu liegen.“
Herr Melegi nennt auch Streitigkeiten mit Ihnen persönlich, und dass man mit dem ERC keine Absprachen treffen könne.
„Diese Differenzen haben schon vor Jahren begonnen. Ich habe Herrn Melegi damals mitgeteilt, dass unsere Kalkulation der Veranstaltung nicht erlaubt, dass sich der ERC mit mehreren Tausend Euro an den sonstigen Veranstaltungskosten beteiligt. Dieser Argumentation konnte oder wollte Herr Melegi nicht folgen. Seither ist Herr Melegi auf Konfrontation mit dem ERC und insbesondere eben mit mir persönlich aus.
Zur Wahrheit gehört auch noch, dass am Veranstaltungsabend wiederholt zum Teil erhebliche Nachlieferungen im VIP-Bereich durch Herrn Melegi verlangt wurden, die auch spontan ermöglicht wurden, und dass es über deren Bezahlung im Nachgang zur Veranstaltung Differenzen gab. Der ERC Ingolstadt hat des guten Friedens wegen auf diese Forderungen in nicht unwesentlichem Umfang verzichtet.
Zum Thema Absprachen kann ich nur sagen, dass es für die Winterbeats in jedem Jahr einen Vertrag zwischen der Megazin Media Verlag GmbH und dem ERC Ingolstadt gegeben hat, in dem die Zusammenarbeit detailliert geregelt ist. Richtig ist aber, dass es mit Herrn Melegi tatsächlich schwierig ist, Absprachen zu treffen. Die genannten Verträge, die Herrn Melegi immer viele Wochen vor der Veranstaltung vorgelegt wurden, hat Herr Melegi immer erst in Folge des Hinweises, dass der ERC ohne gültigen Vertrag die Vorbereitungsarbeiten einstellen muss, unterschrieben.”
Herr Melegi behauptet weiter, dass es beim ERC keine Ansprechpartner bzw. insgesamt keine guten Leute mehr gebe.
„Davon kann keine Rede sein. In jedem Jahr hat es einen zentralen Ansprechpartner gegeben, der schon viele Wochen vor und natürlich auch während der gesamten Veranstaltung jederzeit für Herrn Melegi und sein Team ansprechbar war. Das ERC Gastro-Team hat für die Veranstaltung Winterbeats über drei Tage hinweg mit einem bis zu 100 Mitarbeitern zählenden Team gearbeitet. Diese Menschen scheint Herr Melegi alle übersehen zu haben.“
Herr Liedy, möchten Sie generell noch etwas zu diesem Thema sagen.
„Ich bin sehr verwundert, dass dieses Thema in dieser Form und Vorgehensweise im Donaukurier aufgegriffen wurde. Einen derart persönlichen Angriff unter Zeitdruck zu veröffentlichen, ohne der Gegenseite angemessen Zeit für eine Stellungnahme einzuräumen, entspricht nicht meinem Verständnis von fairem Journalismus.
Mit diesem Interview sind jetzt aber alle Fragen beantwortet. Ich hoffe, dass sich die Wogen nun glätten, und sich alle Beteiligten auf die wirklich wichtigen Aufgaben in ihrem jeweiligen Bereich besinnen. Herrn Melegi wünsche ich für seine Ersatzveranstaltungen viel Erfolg. Für den ERC Ingolstadt und für mich persönlich ist das Thema mit diesem Interview erledigt. Es wird somit keine weitere Stellungnahme meinerseits mehr erfolgen.“
