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Profis // Mittwoch, 02.06.2021

"Sommertraining in drei Phasen"

Seit einigen Tagen ist in den Katakomben der SATURN-Arena wieder Leben eingekehrt. Die Panther haben vergangene Woche mit dem Sommertraining gestartet, um die Grundlagen für die Saison 2021/22 zu legen. Unter der Anleitung von Athlethik-Trainerin Maritta Becker schuften auch die Neuzugänge Kevin Reich, Samuel Dube, Louis Brune, Leon Hüttl und Simon Gnyp schon im Kraftraum der Panther. Zum Beginn des Sommertrainings haben wir uns mit Becker unterhalten, unter anderem, um einen Einblick in die Arbeit der ERC-Profis zu bekommen, welche im Sommer hinter den Kulissen abläuft.

Maritta, du bist inzwischen seit 2014 beim ERC. Inwiefern hat sich während dieser Zeit das Athletik-Training weiterentwickelt und wie stark hat sich der Stellenwert verändert?

Gehen wir mal ganz an den Anfang. Als ich beim ERC angefangen habe, begann das Athletik-Training erst, Formen anzunehmen. Damals fing es an, dass Clubs Athletik-Trainer einstellten. Ich bin mit meinen Ideen und einer Philosophie gekommen. Zu Beginn war es nicht so einfach, diese hier einzubringen, vor allem weil die Eishockeyspieler ein ganz anderes Athletik-Training gewohnt waren. Da war das Motto damals „Eisen macht stark“. Ich bin dann mit einer Idee gekommen, die ich auch während meiner Karriere praktiziert habe und wollte die auch hier implementieren. Inzwischen nehmen die Spieler das dankend an.

In der vergangenen Woche habt ihr wieder mit dem Sommertraining begonnen. Nach so einer intensiven Saison sind drei vier Wochen, in denen man gar nichts macht, genau die richtige Zeitspanne, um die Akkus wieder aufzuladen?

Das war auf jeden Fall wichtig, dass man mal Abstand voneinander bekommt. Dadurch, dass der Spieler im Sommer gemacht wird, ist es aber schon wichtig, dass man drei Wochen nachdem die Saison beendet ist beziehungsweise man ausgeschieden ist, wieder mit dem Sommertraining beginnt, damit wir unser Programm auch durchbekommen. Das Sommertraining ist bei uns dieses Jahr auf zehn Wochen ausgelegt. Wir versuchen uns da immer im Bereich zwischen zehn und zwölf Wochen einzupendeln.

Blicken wir nochmal kurz auf die vergangene Saison zurück mit dem ungewohnten Spielrhythmus. Worauf musste man in dieser Hinsicht achten, auch beim Off-Ice-Training? Wo lagen die Schwerpunkte?

Ich habe extrem darauf geachtet, dass der Kontakt innerhalb des Trainerteams sehr eng war, um das Training bestmöglich zu steuern. Um meine Vorstellungen einzubringen, was wir im Athletik-Bereich tun mussten, damit die Jungs gut erholt sind - auch für die Spiele. Ein wichtiger Punkt war dabei, das Eistraining so zu steuern, dass die Spieler auch die nötige Energie für die hohe Anzahl der Spiele hatten.

Gab es da auch für jeden einen individuellen Plan, um genau abzustimmen, was der einzelne Spieler gerade braucht?

Da wir das Training ohnehin mit Pulsgurten und einem speziellen Programm steuern, sehe ich wer wann im roten Bereich ist. Ich habe dann den Trainern Vorschläge gemacht, wie intensiv das Eistraining an den jeweiligen Tagen sein sollte.

Wenn wir jetzt wieder auf die Gegenwart zurückkommen. Du hast gesagt, das Sommertraining ist auf zehn Wochen ausgelegt. Was sind denn die Schwerpunkte, wie ist es aufgebaut und welche Phasen werden durchlaufen?

Grundsätzlich ist es so, dass wir für die Athletik enorm viel arbeiten. Wir machen viele Mobilitäts- und Stabilisationsübungen, viel Koordination und Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer. Diese Komponenten werden unterteilt in verschiedene Phasen. In Phase eins legen wir mehr Wert auf die Grundlagen. Man macht in dieser Phase viele Wiederholungen mit einer geringeren Intensität in Kombination mit viel Stabilisationstraining. In Phase zwei geht es dann darum, dass der Spieler mehr Muskulatur aufbaut. Die Wiederholungszahlen werden in dieser Phase weniger, dafür steigt die Intensität. Anschließend beginnen wir mit vielen Schnelligkeitsübungen wie zum Beispiel Sprint- und Sprungformen. Kurz bevor wir im August auf das Eis gehen, geht es dann darum, dass wir mit ganz hohen Lasten im Kraftraum arbeiten, mit ganz wenigen Wiederholungen und maximal kurze, schnelle Sprints absolvieren. In diese drei Phasen habe ich unser Sommertraining unterteilt.

Stehen für die Spieler neben dem gemeinschaftlichen Trainingsplan auch noch individuelle Übungen auf der Agenda, abgestimmt auf ihre jeweiligen Schwächen?

Ich denke, dass jeder Schwächen hat. Das ist ganz normal. Unser Trainingsplan ist aber so strukturiert, dass wir alles ganzheitlich abdecken, sodass für jeden Spieler etwas dabei ist. Daher braucht es eigentlich keinen individuellen Plan. Außer es ist ein verletzter Spieler dabei, der noch Nachholbedarf hat, dann bekommt derjenige schon ein kleines Zusatzprogramm.

Circa zehn Spieler trainieren aktuell in der SATURN-Arena, viele aber auch auf eigene Faust. Hat jeder von ihnen einen Trainingsplan von dir bekommen?

Ja. Jeder hat seinen Trainingsplan bekommen und ich kommuniziere in regelmäßigen Abständen mit den Jungs, die nicht hier vor Ort sind. Auch die Neuzugänge, die noch nicht hier sind, bekommen den Plan und können mich kontaktieren, wenn sie Fragen haben. So richtig beginnt mit diesen Jungs die Zusammenarbeit aber erst, wenn sie dann auch hier in Ingolstadt sind.

Zehn Wochen Sommertraining können sicherlich auch an dem einen oder anderen Tag zäh werden. Baust du extra Dinge ein, um das Training aufzulockern?

Ich versuche das Training ohnehin so vielfältig zu gestalten, dass es die Jungs nicht langweilt und der Spaß während des Trainings kommt. Das ist ebenfalls eine meiner Aufgaben, dass es den Spielern auch Freude macht und man nicht immer das Gleiche macht.

Einen Eindruck vom Sommertraining mit Bildern und Videos finden Sie unter anderem in unserer Instagram-Story.

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